Pfarreiengemeinschaft Maxhütte - Haidhof/ Rappenbügl
St. Barbara/ St. Josef

Unser Patron


Hl. Tarcisius von Rom

 


Der  römische Bischof Damasus berichtet, dass Tarzisius von Heiden am 15.  August des Jahres 257 getötet wurde, als er sich weigerte, ihnen das  eucharistische Brot, welches er zu Kranken bringen sollte, zu geben. Tarzisius wurde gesteinigt wie der hl. Stephanus. So sei Tarzisius Ministrant gewesen und getötet worden. Der Märtyrer Tarzisius wurde in einer Grabstätte in der Katakombe des hl. Kallistus an der Via Appia bestattet. Später wurden die sterblichen Überreste des hl. Tarcisius in der römischen Kirche San Silvestro  aufbewahrt, heute werden sie in der Kirche San Lorenzo außerhalb der Mauern an der Seite des Hl. Laurentius und des Hl. Stephanus verehrt.

 

Der Patron der Ministranten

Tarzisius! Das ist doch der kleine Ministrantenknabe, der tapfer wie ein Mann gestorben ist.

Nun kommt grübelnder Menschenverstand und möchte wissen, wie es  damals wirklich gewesen ist, als Tarzisius gestorben ist. Fragen wir die Geschichte, doch so kommen wir nicht weit. Bei ihr ist es so: je weiter vom Gegenwartsgeschehen wir uns entfernen, desto dürftiger wird ihre Kunde über das jeweilige Geschehen. Bei unserem Heiligen kennt sie  gar nur das knappe Sätzlein: “Tarzisius lebte zur Zeit der Kirchen- und Christenverfolgung in Rom, wo er auch eines gewaltsamen Todes für  seinen Glauben an Christus gestorben ist.” Über die Begleitumstände  seines Sterbens gibt Papst Damasus (gestorben 384) einige wertvolle  Hinweise: „Tarzisius ist, als er die heilige Eucharistie zu Gläubigen trug, von heidnischem Pöbel überfallen und erschlagen worden.“

Mit diesen beiden Angaben lässt leicht sich rekonstruieren, wie es zum gewaltsamen Tode unseres Heiligen gekommen ist: Im Kerker warteten Christen auf den Tag ihrer Hinrichtung. Sie warteten aber auch auf die hl. Kommunion, um vorbereitet ihren schweren Gang in den Tod  anzutreten. Wer aber sollte die heilige Eucharistie sicher in die Kerker bringen? Die Priester konnten es nicht; sie waren zu sehr bekannt. Da ist Tarzisius es gewesen, der sich für den gefahrvollen Dienst freiwillig gemeldet hat. Bei der Ausübung des heiligen Dienstes ist er dann ums Leben gekommen.

Diese Tatsache blieb, wenn auch Einzelheiten allmählich verblassten,  in der Erinnerung des Volkes haften. Eine Legende ist um seine Person herum entstanden. Nun aber ist Legende niemals bloße Erfindung. Von Tarzisius erzählt sie also:
Er war noch ein kleiner Junge, kaum älter als 12 Jahre, als er schon  reif war für die größte Heldentat. Früh hatte er seine Eltern verloren, wohnte bei einem reichen Onkel, der noch Heide war. Anders Tarzisius: ihn hatte Gott mitten aus seiner heidnischen Umgebung zur Wahrheit gerufen, zum Glauben. Und der kleine Tarzisius nahm es ernst,  sehr ernst mit seinem Christsein. Während die anderen noch schliefen, schlich er sich über Treppen und Gänge aus dem Hause seines Onkels zum Gottesdienst. Die christliche Gemeinde Roms hielt große Stücke auf den eifrigen Jungen, bald vertraute man ihm das verantwortungsvolle Amt  eines Türhüters in der Kirche an, damit sich kein Unbefugter zur Feier der heiligen Geheimnisse einschleiche.

Wieder hetzte man in Rom die Christen, wie schon so oft seit den Tagen des heiligen Petrus, der als erster für Christus in Rom verblutete. Im Mamertinischen Kerker schmachteten christliche Männer und Frauen, ermutigten einander, beteten, sangen Loblieder zu Gottes Ehr. Aber sie waren ohne die Stärkung des Allerheiligsten Sakramentes.

Es ist Gottesdienst in der Katakombe der Hl. Lucilla. Papst Stephan feiert selbst die Messe, predigt, fragt: “Wer ist bereit, unseren Gefangenen die Hl. Kommunion zu bringen? Nur die Jüngeren können es noch wagen, wir erwachsenen Christen sind alle verdächtig.” Fest und langsam geht Tarzisius auf den Papst zu, erklärt: “Ich bin bereit, mit  meinem Leben werde ich es schützen, das höchste Gut.” Tags darauf kniete Tarzisius vor dem Altar. Bonus, der Priester, reichte dem Jungen  das Allerheiligste, das er als Wegzehrung den Gefangenen bringen sollte. Ans Ziel kam er nicht.

Ein Sklave aus dem Hause seines Onkels hatte schon lange das Tun des Tarzisius ausspioniert, hatte irgendwie Kunde bekommen von dessen Botengang, hatte dessen heidnische Alters- und Spielgenossen auf die Spur des Gottesträgers gesetzt. Eine Aufforderung zum Spiel ist der  harmlose Anfang, als sie Tarzisius eingeholt hatten. Der legt seine  über der Brust gekreuzten Hände noch fester um das Allerheiligste und will weitergehen. Sie verstellen ihm den Weg und schon fällt auch die verhängnisvolle Frage: “Was hältst du so fest verborgen? Herzeigen!”  Knapp und gesetzt kommt von Tarzisius die Gegenrede: “Nie und nimmer!” Eine regelrechte Rauferei hebt an, Erwachsene kommen dazu, wollen dem verzweifelt sich wehrenden Tarzisius helfen. Da fällt das Wort: “Er ist ein Christ, trägt das Geheimnis der Christen.” Nun prasseln Stockschläge auf den Bekennerknaben hernieder, Steine fliegen gegen ihn. Schwer getroffen liegt Tarzisius auf dem Boden, blutet, stöhnt vor Schmerzen, aber das Geheimnis lässt er nicht los, auch dann noch nicht, als ein Stein ihn tödlich an der Schläfe getroffen hatte.

Schon war man dabei, seine immer noch fest zusammengepressten Hände zu lösen, um an das Geheimnis heranzukommen, als jemand rief:  “Leichenräuber!” Die Meute stob auseinander, denn Leichenraub wurde  nach dem Römischen Recht schwer bestraft. Ein Christ nahm den toten Tarzisius auf seine Schultern, trug die Leiche in die Gruft des Papstes Zephirinus. Unversehrt fand man das heiligste Sakrament. Mit seinem Leben hatte Tarzisius es geschützt. Das war im Jahre 257.

Gedenktag: 15. August

Liturgische Farbe: rot

Namenserklärung: ursprünglich aus dem Griechischen stammend, aber lateinisiert. Bedeutung: der Mutige

Patronat: Schutzheiliger der Ministranten

Reliquien: Die leiblichen Überreste des Heiligen befinden sich in Rom.

Darstellung: meist in altrömischer Knabentracht, die Hände über der Brust gekreuzt. Manchmal auch gehend, mit Palme, Steinen und Hostie als Zeichen seines bestandenen Martyriums.